San Francisco Teil 1: Alcatraz

Klar, wenn man in San Francisco ist schaut man sich die Stadt. Bei mir stand aber eigentlich in erster Linie Point Reyes auf dem Programm und da nimmt man San Francisco als Beiwerk schon mal mit. 

Erst mal ins Gefängnis

Klar, für San Francisco gehört Alcatraz eigentlich zum Pflichtprogramm. So habe ich auch ich im Vorfeld bereits eine überfahrt auf die Gefängnisinsel gebucht. Um dahin zu kommen musste ich aber erst mal von San Rafael, wo ich mein Quartier aufgeschlagen habe, nach San Francisco. Der einfachste weg dorthin führt über die 101 in Richtung Süden. Und die führt an Sausalito vorbei über die Golden Gate Bridge. So begann mein San Francisco Ausflug direkt mit einer der berühmtesten Brücken der Welt. 

Golden Bridge im Nebel

Natürlich hing der Nebel über der Brücke. Aber sind wir ehrlich, so gehört sich das doch. Auf der anderen Seite angekommen suchte ich erst mal eine gute Position wo Nebel und Brücke im besten Winkel standen um ein Paar Fotos zu machen. 

Die vernebelte Golden Gate Bridge

Die geeignete Position war schnell gefunden und ich machte ein paar Fotos von zwei klassischen San Francisco Motiven. 

Aber dann wurde es ernst, ich musste ins Gefängnis

ich hatte nämlich Karten für Alcatraz vorgebracht um nicht mehr an den Schalter zu müssen. Da aber kein Wochenende war, war erstaunlich wenig los und nirgends waren schlangen zu sehen. Aber gut. Es ist immer besser auf Nummer sicher zu gehen als sich hinterher zu ärgern. 

Mit der Alcatraz Flyer ging es nun in knapp 20 Minuten durch den Frischen Wind der die Bucht zur Gefängnisinsel. Die Nebelschwaden zogen über Alcatraz hinweg und man hörte die Bojen bimmeln und Nebelhörner hupen. Irgendwie ein gespenstischer Anblick bzw insgesamt eine komische Atmosphäre. Ich war jedenfalls froh freiwillig zu kommen und auch wieder gehen zu dürfen wenn mir danach ist. Aber wenn man als Gefangener auf die Insel kam war das sicher ein sehr komischer, sehr beklemmender Moment. Ganz ungleich der Vorgeschichte die einen hierher brachte. 

Von der Fähre runter wurde man erst mal von einem Park Ranger begrüßt, der den Neuankömmlingen erst mal was zur Orientierung auf der Insel erzählte und ein kleinwenig was zur allgemeinen Geschichte von „The Rock“. Danach konnte man von seinem Privileg gebrauch machen sich frei nach belieben auf der Insel zu bewegen. 

Ich begann am Dock und ging durch den Sally Port nach oben. Richten Zellenhaus. Dort angekommen ging es dann durch die Duschen, wie damals die Gefangenen auch, die dort erst mal ohne jegliche Privatspähre duschen mussten, zur Kleidungs ausgabe, wo auf Schildern der Aufnahmeprozess erklärt war.  Ein paar Schritte weiter bekam man dann das Equipment für die Audiotour durch das Zellenhaus ausgehändigt. 

Ausgestattet mit Kopfhörern ging es nun eine Treppe nach oben. In den Zellentrakt. Oben angekommen stand man erst mal auf im A block und war irgendwie überwältigt und schockiert zu gleich. Immerhin das erst mal das man ein Gefängnis von innen sieht. Die Zellen, die einen dort wie Container übereinander gestapelt erwarten waren ein merkwürdiger Anblick. Zusätzlich hört man alle Geräusche, selbst flüstern war recht laut wahrzunehmen. 

Michigan Avenue

Am start der Audiotour angekommen begann erst mal eine Einführung. Die Erzähler, ehemalige Wärter und Insassen, erklärten wie das Leben auf Alcatraz so ablief. Die Tour war untermalt von Hintergrund Geräuschen wie das schließen der schweren Zellentüren und irgendwie war man nun mittendrin und hatte das Gefühl das Alcatraz noch immer offen ist. 

Broadway / Times Square

Die Tour war so aufgebaut dass man erst mal einen Überblick über den Zellenblock bekam. Warum es eine Michigan Avenue, einen Broadway und Times Square gab und eine C-D Street. 

Dann ging es von da erst mal in den D-Block. Ins Loch. So wurden die Isolationszellen in die man Gesteckt wurde auch genannt. Hier gab es zwei arten von Zellen. Die, in denen es immer hell war, oder die, in denen absolute Dunkelheit herrschte. 

Danach ging es in die Bibliothek. Da es dort aber keine Bücher mehr gab war es lediglich ein großer Raum mit vergitterten Fenstern. Dafür mit Sonnenlicht. 

Die Bibliothek
Es ging dann zurück in den C Block

Und zwar in den Teil in dem es tatsächlich auch Sonnenlicht gab. Von den Insassen wurde der Bereich damals Sunset Strip genannt. Völlig zurecht. 

Sunsetstrip
Sunsetstrip
Blick nach draußen
Der spärliche Blick nach draußen und auf die Golden Gate Bridge.

Es ging dann mal kurz nach draußen, denn hier über den Verwaltungstrakt kam man zum Leuchtturm und Wohnhaus des Direktors. Das allerdings existiert nur noch als Ruine. Wie etliche einige anderen Gebäude ist das Haus während der Indianerbesetzung die ab 1964 stattfand ausgebrannt. Ebenso konnte man hier einen schönen Ausblick auf Downtown San Francisco genießen. 

Es ging dann wieder rein. Am Kontrollraum vorbei, durch die Besucherecke die sich im Zellentrakt zwischen Broadway und Parkavenue befindet. 

Es ging dann weiter zu den Zelle und der Geschichte rund um den Fluchtversuch und anschließenden Aufstand im May 1946, auch als „Schlacht um Alcatraz“ bekannt. Die Spuren der Stürmung sind noch immer in einem Teil des Zellenblocks sichtbar. 

Explosionsspuren der Granaten mit denen das Militär 1946 das Gefängnis stürmte.

Das nächste Stück Geschichte von Alcatraz fand 1962 statt. Als es Frank Morris und den Anglin Brüdern gelang von Alcatraz zu fliehen. Mittlerweile gibt es etliche hinweise, dass es die drei tatsächlich geschafft haben. Aber es gibt keine Offiziellen Mitteilungen oder Bestätigungen. Daher ist der Offizielle Abschlussbericht der Flucht noch immer dass die drei auf der Flucht in Bucht von San Francisco ertrunken sind. 

Es ging dann noch mal in den Speisesaal. Anschließend war die äußerst interessante und gut gemachte Auditor zu Ende. 

Ich ging noch mal eine Runde auf den Hof. Auch hier war wieder eine sehr merkwürdige Atmosphäre. Durch die hohen Mauern konnte man nichts sehen. Es weht nur der kühle Wind und man hörte die Bojen in der bucht läuten. Man konnte förmlich spüren wie  hier die Freiheit  mit dem Wind davon flog.  

Nach einer runde über den Parade Ground ging es dann mit der Fähre wieder aufs Festland. 

Die Sonne stand schon sehr tief als man auf der Fähre noch einmal in Richtung Golden Gate Brücke schauen konnte. Der Nebel vom Vormittag hatte sicher mittlerweile verzogen. 

Da dieser Beitrag nun doch sehr viel ausführlicher geworden ist als Ursprünglich geplant Wird es noch einen weiteren Teil von San Francisco und für Point Reyes geben. 

Der Vorherige Bericht: Ein Tag auf der Interstate 5

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